|
Text- bzw. Dateneingabe am PDA ... eine Aufgabe, für die es inzwischen wohl Dutzende Lösungen oder doch eher Lösungsversuche gibt. Neben der "gewohnten" Bildschirmtastatur, der nicht zu unterschätzenden Schrifterkennung und den modischen, aber doch noch lange nicht vollwertig integrierten Tastaturen der PDAs gibt es da noch eine wirklich leistungsfähige Methode?
Externe, funkgesteuerte Tastaturen ... ist dies wirklich eine Alternative? Am Beispiel des Freedom Universal Keyboards wollen wir dies ergründen. Bereits auf dem Papier verspricht das Freedom Universal Keyboard einiges. Es arbeitet mit Bluetooth-Funktechnik, was eine stabile und zuverlässige sowie im Gegensatz zu Steckverbindungen auch verschleißarme Verbindung verspricht. Da diese Tastatur sowohl HID (Human Interface Device) als auch SPP (Serial Port Emulation) unterstützt, bietet es eine wirklich herausragende Kompatibilität: mit PocketPC/ PDA inkl. PhoneEdition, Windows Mobile Smartphones, Symbian S60 Smartphones, Palms, Blackberrys u.v.m. Positiver Nebenaspekt sollte auch die relative Zukunftssicherheit dieser geräteübergreifenden Technologie sein. Hardware Was ist also da in der gelben Packung? Aus dieser werden befreit: eine zusammengeklappte schwarze Tastatur aus schwarzem Plastik mit einer dezenten Aufschrift,- eine zweckmäßig erscheinende Einschubtasche aus Kunstleder mit Magnetverschluss,
- zwei Batterien (AAA/ Micro) sowie
- eine Schnellanleitung, in der für jedes Betriebssystem kurz dargestellt wird, wie man den Treiber installiert und welche Möglichkeiten der Treiber bietet. Eine ausführlichere englische Anleitung kann bei Bedarf von freedominput.com heruntergeladen werden.
Zusätzlich sind auf der Schnellanleitung zwei Freischaltcodes für den Tastaturtreiber zu finden. Mehr zu deren Nutzung bei der Beschreibung der Softwareinstallation. Das "Freedom Universal Keyboard" hat ein 5-zeiliges Tastatur-Design im deutschen QWERTZ-Layout mit insgesamt 65 Tasten, wozu neben den 63 Tasten der Tastatur (die Leertaste ist geteilt) noch ein Gummiknopf "B" zum Reset der Tastatur bei Verbindungsproblemen sowie eine Schiebeschalter zum Wählen des Betriebszustandes (HID - Off - SPP) kommt. Enormer Vorteil dieses Layouts ist, dass es praktisch dem einer normalen Notebook-Tastatur entspricht. Nicht einmal die Zahlenreihe muss durch Mehrfachbelegungen dargestellt werden, das Arbeiten mit dieser Tastatur erfordert also praktisch keinerlei Umgewöhnung. Mit den kompakten Außenmaßen von 145 x 98.5 x 19.5 mm im geschlossenen Zustand sollte das Keyboard in jede (größere) Hosentasche oder Jackentasche passen, und somit genau so mobil sein wie das damit zu verbindende Gerät. Auch das Gewicht bleibt mit 204 g inkl. Batterien durchaus im Rahmen. Die aus schlichtem schwarzen Plastik bestehende, recht robust erscheinende Tastatur ist zweigeteilt, und mit einem verwindungssteifen Klappscharnier verbunden. Durch einen Druckschalter wird die Tastatur entriegelt und aufgeklappt. Die sichtbare Mechanik, obwohl ebenfalls aus Plastik, wirkt ebenfalls hinlänglich robust. Aufgeklappt bietet die Tastatur mit 285 x 98.5 x 13.5 mm nahezu die Außenmaße einer Notebook-Tastatur. Durch die recht robuste Konstruktion der Verriegelung sind vor allem an den Rändern durchaus noch "Raum-Reserven" vorhanden, die die Nutzung jedoch keineswegs einschränken.
Ohne weitere Notwendigkeit einer Verriegelung liegt die Tastatur bereits satt und stabil, und dank der sechs kleinen Gummifüße auch rutschsicher, auf einem glatten Untergrund. Um zu verhindern, dass die Tastatur aus Versehen wieder zusammengeklappt wird, kann mit durch einen kleinen Schieberiegel ein Metallstift im Format einer Kugelschreibermine in die andere Tastaturhälfte geschoben werden. In der Praxis will sich hierdurch jedoch aufgrund der weiter auftretenden leichten Beugung und Bewegung der Tastatur bei instabilem Untergrund das Vertrauen nicht so weit entwickeln, dass ich damit z.B. auf den Knien schreiben würde. Das Freedom Bluetooth Keyboard verfügt über eine einfache, durchaus praktische integrierte Halterung für einen PDA bzw. Smartphone. Sie ist sehr dezent in der linken Seite der Tastatur eingeschoben, womit sie jederzeit verfügbar ist und schlichtweg nicht verloren gehen kann. Aufgeklappt wirkt sie leicht instabil, ist aber mehr als ausreichend auch zum Halten eines größeren PDA. Wie bei jedem miniaturisierte Gerät (inkl. der PDA) wird aber auch diese Halterung eine wirklich hohe Lebensdauer nur bei einer halbwegs sorgsamen Behandlung erreichen. Die Halterung hielt u.a. einen XDA II, einen XDA Neo und einen Glofish X500 in einem fixen, aber durchaus angenehmen Winkel. Eine Nutzung im Landscape-Modus hat sich nur für Glofish und Neo problemlos realisieren lassen. Für ein größeres Gerät ist der Platz nicht ausreichend.
Alternativ hat sich zum Beispiel die liegende Lagerung des PDA unterhalb der Tastatur im Landscape-Modus als sehr praktisch erwiesen. Schreibt man nicht mit zehn Fingern, kann so gleichzeitig gut geschrieben und gelesen werden. Unter dieser Halterung befindet sich übrigens auch die Seriennummer der Tastatur, die u.a. bei einem Verlust der Aktivierungscodes für den Treiber hilfreich ist. Mit Strom wird die Tastatur durch zwei AAA/ Micro-Batterien versorgt. Diese sind in einem recht simplen Batteriefach rechts über der oberen Tastenreihe untergebracht. Die Batterielebensdauer macht einen exzellenten Eindruck. Angegeben werden bis zu 2.000 Stunden Stand By und Arbeitszeiten von bis zu 80 Stunden Scheiben. Nach längerer Nutzung erscheinen diese Werte absolut glaubhaft.
Software Einen Datenträger liegt der Packung nicht bei. Ein Download des zum Betrieb zwingend erforderlichen Treibers von der Seite freedominput.com ist somit notwendig.
Die Installation des frisch heruntergeladenen Tastaturtreibers für die Freedom Bluetooth-Tastatur erfolgt über ActiveSync vom PC aus. Ratsam ist die Installation in das System. Nach der absolut problemlosen Installation findet sich der Treiber schließlich unter Start => Einstellungen => System als "BtHID". ag_freedom_05.gif Anm.: ggf. weglassen? Beim ersten Start zeigt der Treiber an, dass er vor dem Betrieb erst freigeschaltet werden muss. Hierzu zeigt er einen individuellen Device Codes/ Gerätecodes an. Auf der Website des Herstellers freedominput.com ist jetzt "Unlock your Driver" auszuwählen. Hier müssen nun der Name des Gerätenutzers, eine E-Mail-Adresse, der auf dem PDA angezeugte individuelle "Device Code"/ Gerätecode und einer der beiden auf der Schnellanleitung zu findenden "Unique Codes"/ Freischaltcodes eingegeben werden. Ist dies geschehen, wird sofort ein PDA-spezifischer-Code generiert und angezeigt, mit dem der Treiber aktiviert werden kann. Begründet wird die Notwendigkeit des wenig komfortablen Freischaltens von Freedom damit, dass nur so gewährleistet werden kann, dass die Vorteile der aufwändig programmierten und leistungsfähigen Freedom-Treiber auch wirklich nur von Freedom-Keyboard-Nutzern zugute kommen. Zudem kann so Sorge getragen werden, dass nur "echte" und keine möglicherweise schädliche Software installiert wird. Im gewissen Sinne nachvollziehbar ... aber immer noch nicht sehr komfortabel. Bewährt hat es sich zur Sicherung die cab-datei aus dem Freedom-Installations-Ordner des PC auf den Pocket PC kopieren, den Freischaltcode ebenfalls sicher abzulegen. So ist gewährleistet, dass für dieses Gerät auch bei fehlendem Internetzugang eine Neu-Installation jederzeit problemlos möglich ist.
Hat man die Codes verloren oder andere Probleme, so reagiert der Service wie auf der website versprochen an Arbeitstagen grundsätzlich innerhalb 24 Stunden, und dies nach meinen bisherigen Erfahrungen schnell, fachkundig und durchaus kulant. Nach der Aktivierung bietet der nunmehr durchweg zuverlässig funktionierenden Treiber der Freedom-Tastatur (BtHID) zahlreiche Optionen, aufgeteilt auf drei Register. General: hier lässt sich der Treiber durch einfaches Setzen eines Hakens aktivieren bzw. durch Entfernen des Hakens deaktivieren. Wird der Treiber auf diese Weise gestartet, sucht er nach der Tastatur, was innerhalb weniger Sekunden und zuverlässig vonstatten geht. Gelingt die Paarung nicht auf Anhieb kann durch Drücken der zusätzlichen Gummitaste "B" ein kompletter neuer Verbindungsaufbau erzwungen werden. Zusätzlich können hier Wiederholgeschwindigkeit und Anschlagverzögerung eingestellt werden. Launch: hier können für die Tastenkombinationen Strg + Q, W, E, R, T, Z, I, O, P durch den Nutzer frei und flexibel zu startende Programme eingestellt werden. Hier gibt es derzeit für Nutzer eines deutschen ROM - was die Mehrzahl der Leser darstellen sollte - eine wesentliche Funktionseinschränkung, an deren Lösung nach Aussage des Support von Freedom Input derzeit gearbeitet wird: der Treiber ist momentan nicht in der Lage Anwendungen für dieses Feature anzubieten, d.h. Die Drop-Down-Listen bleiben leer! Layout: hier kann die Spracheinstellung für die Tastatur ausgewählt werden, ausgewählt werden ob ein Tastatur-Symbol im oberen Rand des Heute-Bildschirms angezeigt werden soll, und können HotKeys zum Sprachwechsel der Tastatur aktiviert werden. Das vierte Register "About" Informiert über die Version des aktuell verwendeten Treibers. Bedienung Um die Tastatur einzuschalten, gibt es einen kleinen Schiebeschalter oben rechts, mit dem das Keyboard eingeschaltet wird (HID - Off - SPP). Daneben befindet sich eine kleine LED, mit der der Betriebszustand angezeigt wird. Die angenehm dimensionierten Tasten des Freedom Universal Keyboards haben einen superben, deutlich spürbaren Anschlag und einen Tastenweg, der es mit einer Notebooktastatur durchaus aufnehmen kann. Das Tastaturlayout ist praktisch mit einer PC-Standard-Tastatur identisch, die Nutzung entsprechend einfach. Die Stabilität des Keyboards beim Tippen ist sehr hoch. Lediglich in der Mitte, im Gelenk, schwingt es ein wenig. Zum komfortablen Steuern des PDA auch ohne Stylus verfügt die Tastatur über eine Reihe festgelegter Start-Tasten, auf denen zusätzlich die mit der "Fn"-Taste aufzurufenden Funktion aufgezeigt sind: Mail/ Messaging, Kontakte, Aufgaben, Kalender, Internet Explorer und der Heute-Bildschirm. Ergänzt wird diese Bedienungsmöglichkeit sinnvoll durch die bereits genannten neun frei zu belegenden Funktionstasten (Strg + Q, W, E, R, T, Z, U, I, O, P) sowie eine Vielzahl von - leider weitgehend undokumentierten (die Aufzählung in der Anleitung ist unvollständig bzw. fehlerhaft)- Tastatur-Shotcuts, die in großen Bereichen mit den "gewohnten" Windows-Shortcuts identisch sind. . Dank dieser Tastenfunktionen ist es weitgehend möglich den PDA ohne Stylus zu steuern. Dass man zu geradezu zu einem kleinen Gedächtniskünstler mutiert, um sich alle den Komfort deutlich erhöhenden Tastaturkombinationen zu merken, kann als positiver Nebenaspekt angesehen werden. Bis es soweit ist, führe ich auf jeden Fall einen kleinen Ausdruck mit einer Liste der Shortcuts mit. Eine Auflistung aller derzeit bekannten Shortcuts haben wir hier aufgestellt. (LINK auf eigen Review-Seite mit Auflistung (siehe weiter unten)) Trotz der Vielzahl an Kombinationen bestehen auch hier Verbesserungsmöglichkeiten, so sind nicht alle "üblichen" Tastatur-Kombinationen möglich, so fehlen z.B. Strg + Z/U/I bzw. K und auch die Emulation von "OK" fehlt im vorliegenden Treiber. Fazit Eine externe Tastatur ist wirklich eine hervorragende, wenn nicht DIE Möglichkeit für eingabeintensive Anwendungen. Für die Eingabe von wenigen Daten, wie einer Adresse oder dem kurzen Redigieren eines Textes, dazu reicht der der Stylus, sei es über die Bildschirm-Tastatur, sei es per Handschrifterkennung, aber um wirklich mit einem PDA zu arbeiten bedarf es wohl anderer Möglichkeiten. Eine externe Tastatur ist in der Lage mit einem materiell und finanziell sehr überschaubaren zusätzlichen Aufwand aus dem vorhandenen hochmobilen Begleiter in fast allen Lebenslagen einen nahezu vollwertigen und auf jeden Fall unverändert hochmobilen (Arbeits-)Ersatz für ein Notebook zu machen. Die Überlegenheit gegenüber allen derzeit verfügbaren in PDA integrierten (Schiebe-/ Klapp-)"Tastaturen" ist schon aufgrund deren geringer Tastengröße, überschaubaren Belastbarkeit und Durchhaltefähigkeit bei der Dateneingabe enorm. Die Freedom Universal Bluetooth-Tastatur macht einen solide verarbeiteten Eindruck, ist angenehm klein und handlich sowie bequem zu bedienen. Sie ist ein idealer Reisebegleiter für PocketPC oder ein anderes der geradezu zahllosen Bluetooth-fähigen unterstützten Geräte. Die Verbindung über Bluetooth ermöglicht im Zusammenspiel mit einem recht leistungsstarken Treiber störungsfreies und flexibles Arbeiten. Einen enormen Vorteil kann die Tastatur aufgrund des konventionellen PC-Tastatur-Layouts ausspielen. Die zahlreichen, gut dimensionierten Tasten mit sehr gutem Druckpunkt lassen flüssiges und schnelles Schreiben auch bei sehr langen Texten zu. Alle Zahlen und zahlreiche Sonderzeichen lassen sich ohne das gleichzeitige Drücken einer weiteren Taste eingeben, und befinden sich an "gewohnter Stelle". Die wenig vertrauenerweckende Arretierung der aufgeklappten Tastatur und die wenig flexible Gerätehalterung werden da nur zu vernachlässigenden Nebensächlichkeiten, wirklich negativ stoßen derzeit lediglich die inkomplette Unterstützung deutscher ROM durch den Treiber und die unklare Sicherung der Übertragung auf. Dennoch: wer eine relativ preisgünstige Tastatur mit hervorragender Kompatibilität und ebensolchem Tastaturlayout sucht, ist mit dem Freedom Universal Keyboard sehr gut bedient. Vorteile: • Kompakte Außenmaße und geringes Gewicht • Sicherer und stabiler Stand auf glattem Untergrund • Solide Verarbeitung, stabiler Klappmechanismus • Sehr gute Bedienbarkeit durch 5 Tastenreihen mit insgesamt 65 Tasten • Geringe Mehrfachbelegung der Tasten sowie "PC-Layout" der Tastatur • Leichtgängige, gut dimensionierte Tasten mit superbem Anschlag • Integrierte PDA-Halterung • Treiber mit umfangreichen Einstellungsmöglichkeiten (u.a. Shortcuts) • Sehr gute Batterielaufzeit (Stand By & Arbeit) • HID- & SPP-Profil: sehr universell einsetzbar • Zweckmäßige Transporttasche enthalten • Relativ kostengünstig Nachteile: • Treiber funktioniert mit deutschem ROM nicht uneingeschränkt! • Die Arretierung im geöffneten Zustand ist nicht übermäßig vertrauenerweckend • Treiberinstallation und -aktivierung sind relativ umständlich • Unklares Pairing, unklare Verschlüsselung der Verbindung • Keine Möglichkeit den Treiber "BtHID" per Shortcut einzubinden • Nicht alle gewohnten Tastenkombinationen unterstützt (Strg+Z/U/I bzw. K) • Fehlende Emulation der "OK"-Taste
|
vielen lieben Dank für den tollen Testbericht.
Inzwischen gibt es eine neue Version der getesteten Tastatur mit der Bezeichnung "Freedom Universal Keyboard²". Der Treiber für die Tastatur muss nicht mehr freigeschaltet werden. Er kann wahlweise direkt mit dem PDA über das Internet heruntergeladen und installiert werden oder zunächst als Installationsarchiv für Microsoft Windows heruntergeladen werden. Nach der Installation unter Windows auf dem PC wird dann per Active-Sync die passende Datei installiert (dies klappt natürlich auch manuell mit der CAB-Datei).
Auf meinem HTC Touch HD mit Windows Mobile 6.1 funktioniert der Treiber problemlos, doch die Darstellung der Einstellungsfenster ist ein wenig verschoben (der Touch HD hat wohl eine höhere Auflösung als die Entwickler dies erwartet haben). Ich konnte den treiber aber problemlos konfigurieren. Notiz am Rande: Die Deinstallation des Treibers hat auf dem Gerät nicht funktioniert.
Abgesehen von den vorherigen Punkten hat sich mit dem neuen Modell an den von Dir beschriebenen Vor- und Nachteilen für mich erkennbar nichts geändert. Ich bin zufrieden mit der Tastatur.
Viele Grüße
Nephilim
Universal Freedom Bluetooth Wireless PDA Keyboard V2
http://www.amazon.de/Universal-Freedom-Bluetooth-Wireless-Keyboard/dp/B001JNSMCU