Es gibt Programme, die einen mit geradezu unendlichen Einstellungsmöglichkeiten erschlagen, und es gibt Programme für den Pocket PC, die so schlank, elegant und effizient sind, dass man sich fragt, wieso man nicht schon lange damit arbeitet, und wie man ohne auskommen kann. Softick Card Export II ist so eines. Es macht den Pocket PC zum universellen, mobilen Datenspeicher, zum USB-Stick in groß. Nicht mehr und nicht weniger. Mehr hier ...
Aktuell ist das Programm in der Version 3.08. Das für WM2003(SE), WM 5 und WM 6 (Professional und Standard) verfügbare Programm gibt es in English, Russisch, Ukrainisch, also (noch) nicht auf Deutsch. Aufgrund der überschaubaren Einstellungen und der reibungslosen Funktion auf einer Vielzahl von Geräten sollte dieses Programm aber dennoch für praktisch jeden auch ohne weitere Sprachkenntnisse handhabbar sein. Für Windows Smartphones (ohne Touchscreen) ist eine eigenständige Version verfügbar.
Installation Die Installation des Programms, das ohne weitere Lizensierung für 21 Tage als Trial-Version funktioniert, erfolgt entweder über Active Sync mit dem Installer oder direkt über die cab-Datei auf dem Pocket PC. Beide Dateien können hier herunter geladen werden. Die Installation läuft völlig reibungslos ab. Aufgrund der Systemnähe des Programms, und der Möglichkeit alle anderen Speicher eines Pocket PC als USB-Massenspeicher zu nutzen ist es anzuraten, das Programm im Gerätespeicher zu installieren, da es ansonsten zu Schwierigkeiten kommen könnte, wenn eine Speicherkarte als USB-Medium ausgelesen werden soll, während sich dort auch der Installationsort des Programms selbst befindet. Mit insgesamt knapp 585 KB benötigtem Speicherplatz für die Installation ist das Programm noch immer ausgesprochen schlank gehalten.
Einstellungen Unmittelbar nach der Installation hat man auf dem Heute Bildschirm rechts unten ein neues Icon (auf dem Screenshot der QVGA-Icon). Und jetzt beginnt das, was sich durchgehend als typisch für dieses Programm erweist: es funktioniert einfach! Tippt man auf diesen Icon, erhält man sofort ein Auswahlmenü, über das das Programm direkt durch durch Antippen von „Card Export“ gestartet werden kann und auch sämtliche Einstellungsmöglichkeiten aufgerufen werden können. - Ist Card Export aktiviert, wird ändert sich der Icon, so dass sofort sichtbar wird, welche „Betriebsart“ vorliegt. Im normalen Modus ist es unter QVGA ein kleiner ActiveSync-Icon, während es im Card Export-Modus eine kleine Speicherkarte ist. Eine weitere Möglichkeit des Starts (und der Einstellungen) ist das Aktivieren über den Programmicon unter Programme. Die Möglichkeiten sind identisch, lediglich die Optik ist unterschiedlich.
Im Kontextmenü kann man durch Wechseln zwischen „Card Export“ und „Active Sync“ zwischen diesen beiden Betriebsarten wechseln. Ersteres macht den Pocket PC bzw. seine Speicherkarten, sobald er mit einem PC verbunden ist, zum USB-Massenspeicher, letzteres schaltet in den normalen Modus zurück, so dass der Pocket PC von Active Sync wieder erkannt wird. Unter „Default Card“ kann man - wenn mehrere Speicherkarten vorhanden sind - einstellen, welches die Standard-Karte ist, die Card Export als erstes ansprechen soll. Unter „Preferences“ sind dann alle Einstellungsmöglichkeiten zu finden, verteilt auf drei Unterseiten. Unter „Cards“ finden sich die Zahl der gleichzeitig als Massenspeicher einzubindenden Speicherkarten („Number of storage cards“). Die Zahl kann natürlich maximal der Zahl der verwendeten Karten entsprechen. Weiterhin kann auch hier hier die Standardkarte unter „Storage Card“ festgelegt werden. In den drei darunter befindlichen Kästchen kann festgelegt werden, ob die Karte im PC angezeigt werden soll („Exported“), ob sie nur gelesen, aber nicht beschrieben werden darf („Read Only“), und ob ihr Master Boot Recors geschützt bleiben soll (MBR), letztere Einstellung ist dringend angeraten. „Map to this unit number“ gibt vor, an welcher Stelle sich dieser „USB-Massenspeicher“ am PC anmeldet. Kurz: hier braucht man in der regel nichts zu verstellen. Unter „Hardware“ sind nur Einstellungen zu finden, die in Abstimmung mit dem Support von Softick verändert werden sollten. In der aktuellen Version sind dies z.B. neben den Einstellungen für Probleme mit dem Hermes.Plattform (TyTN I) weitere „Troubleshooting“-Einstellungen. Auch hier: keine Notwendigkeit etwas anzufassen. Unter „Misc“ kann man dann noch einstellen, ob der Icon in der Fußleiste automatisch geladen werden soll, oder nicht. Ist dieser Haken deaktiviert, dann muss das Programm grundsätzlich über den Icon unter programme gestartet werden. Insgesamt also sehr überschaubare Einstellungsmöglichkeiten, oder besser gesagt: Einstellungsnotwendigkeiten! Unter „Register“ kann man das Programm registrieren, unter „About Card Export“ erfährt man, welche Version man gerade nutz und ob sie registriert ist, während „Exit“ das Programm komplett beendet.
Betrieb Ist der Pocket PC per USb-KAbel mit dem PC verbunden und der Modus auf „Card Export“ umgestellt, dann findet sich schon wenige Sekunden später ein neuer USB-Massenspeicher im Explorer des PC wieder. Das ist schon alles, ab jetzt geht alles wie man es von USB-Sticks oder Festplatten gewohnt ist. Und zwar auch mit deren Geschwindigkeit. Hier kommt der womöglich einzige Wermutstropfen ins Spiel: naturgemäß ist die Geschwindigkeit auch dieser USB-Übertragung begrenzt von der Art des im Pocket PC verbauten USB-Kontrollers. Sprich: ist der Pocket PC-Anschluss als USB 1.1 ausgelegt, dann sind schlicht keine USB 2.0-Geschwindigkeiten möglich, aber ... die Geschwindigkeit der Übertragung ist noch immer wesentlich höher als unter ActiveSync gewohnt. Ab jetzt ist es also möglich auf jedem Rechner mit USB-Port direkt auf alle Daten zuzugreifen, diese direkt am PC zu öffnen, zu bearbeiten, und zu verschieben. Eine ungemein elegante Lösung, ganz ohne „Bastelei“ und herausarbeiten kleiner Speicherkarten aus meist doch eher fummeligen oder gar sehr verbauten MicroSD-Karten-Einschüben. Die Geschwindigkeitssteigerung zum Verschieben von Daten ist gegenüber dem über Active Sync beachtlich. Als Beispiel stellte sich dies bei der Übertragung - jeweils von einem PC mit USB 2.0 auf einen MDA Ameo - bei einer 350 MB große Einzeldatei (*.avi) wie folgt dar (Nutzung von ActiveSync 4.5, Konvertierung komplett deaktiviert): Card Export 3:10 Min, Active Sync 14:20 Min. Bei der Übertragung von drei mp3-Datein (insgesamt 14,9 MB) betrugen die Übertragungszeiten 27 sek für Active Sync, 7 Sekunden für Card Export. Zusätzlich muss positiv in Betracht gezogen werden, dass auch die Anmeldung des Gerätes als USB-Massenspeicher deutlich schneller vor sich geht, als als die Anmeldung und Überprüfung eines Pocket PC über Active Sync.
Der Lese-und Schreibbetrieb wird übrigens auch durch CardExport angezeigt: entweder in der Fußzeile durch einen Farbwechsel des Icons bzw. im Programmfenster durch wechselnde Farbanzeigen.
Das Umschalten zwischen dem Betrieb als USB-Massenspeicher und dem über ActiveSync funktionierte absolut reibungslos und ohne jede Notwendigkeit die Geräte zwischendurch vom PC trennen zu müssen. Klaglos startete bzw. beendete ActiveSync seine Tätigkeit. Bei vereinzelten Pocket PC muss jedoch noch darauf geachtet werden, dass unter Einstellungen => Verbindungen => >USB zu PC, die „Erweiterten Netzwerkfunktionen aktivieren“ ausgeschaltet ist, weil dies z.T. die Verbindung mit ActiveSync verhindert oder gar verhindert.
Weiterhin ermöglicht Card Export durch seine wirklich vollständige Erledigung seiner Arbeit auch den anderweitigen Einsatz des „neuen USB-Sticks“. So war es problemlos möglich die Testgeräte an einer Steroanlage dazu zu bringen, sich als mobiler Speicher anzumelden und so ihre Musikdateien abzuspielen, sowie einen XDA Neo als USB-Massenspeicher an den MDA Ameo als USB-Host anzuschließen und so Daten problemlos auszutauschen.
Der Support von Softick reagiert schnell und freundlich, leider jedoch offensichtlich nur auf Englisch. Um auch dies noch anzumerken: eine ausführliche englischsprachige Hilfe in Form einer achtseitigen pdf-Datei liegt dem Programm auch noch bei.
Fazit Durch den SDHC-Standard kann man nunmher bis zu 32 GB große Speicherkarten im Pocket PC nutzen, womit man sich dort natürlich wieder mehr Freiraum schafft ... und die Notwendigkeit eine Möglichkeit zu finden, das Bespielen derartiger Karten auch weniger zeitraubend zu gestalten als dies bislang über ActiveSync funktioniert. Zudem sind ja nun auch viele PC gar nicht mit ActiveSync ausgestattet, was den Zugriff auf Daten, die sicher auf dem Pocket PC liegen doch ziemlich erschwert. Einzige echte Alternative ist hier bislang mehr oder weniger die Nutzung von Speicherkartenlesegeräten, die allerdings das verschleißträchtige und z.T. sehr unbequeme Entfernen der Speicherkarte aus dem Pocket PC notwendig machen. Card Export II bietet hier eine hervorragende Alternative und ungemein sinnvolle Erweiterung für den Pocket PC, und ermöglicht die Kommunikation und den Datenaustausch - allerdings keine Synchronisation - mit nunmehr schlichtweg jedem PC der einen offenen USB-Anschluss hat. Vorausgesetzt, dieser Rechner setzt Windows 98/ME/2000/XP, Mac OS X 10.3 oder neuer, Linux oder FreeBSD als Betriebssystem ein. Card Export II macht das Mitführen eines zusätzlichen mobilen Datenspeichers weitgehend überflüssig. Die Bedienung ist ungemein intuitiv gehalten. Ein extrem nützliches Programm für alle, die Daten mitführen und darauf auch auf Geräten zugreifen müssen oder wollen, die kein ActiveSync bieten oder die nicht die Zeit haben, auf die zeitraubende Übertragung mit ActiveSync zu warten.
Die Fragen, die für mich bleiben: warum ist diese Fähigkeit nicht gleich im Betriebssystem integriert, und - wie kann man eigentlich ohne dieses Programm auskommen?
Weitere Informationen sowie die 21 Tage funktionierende Trial-Version gibt es direkt beim Hersteller.
Der Preis für das Programm beträgt 14,95 $
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