Bei dem Programmname mDesktop vermutet man im ersten Augenblick kein Programm für einen Pocket PC. Dies ist jedoch nur zur Hälfte richtig, denn mDesktop vereint beide Gerätewelten - Desktop PC und Pockt PC - und schafft so Möglichkeiten, das Beste beider Welten zusammen zu führen.
mDesktop 2.1, ein Programm von MotionApps ist derzeit nur in Englisch verfügbar. Es läuft auf Pocket PCs bzw. Smartphones mit Windows Mobile 5, 6 oder 6.1. Der Betrieb von Pocket PCs ohne Telefonfunktion ist natürlich möglich, es beschneidet aber notgedrungen die Anwendungsmöglichkeiten des Programms stark, da dieses auf die Nutzung von Telefonie, SMS etc. ausgerichtet ist. Auf dem Desktop PC muss ActiveSync bzw. Windows Mobile-Gerätecenter installiert und mit dem Pocket PC gekoppelt sein. Als Betriebssystem auf dem Desktop PC werden derzeit Vista (nur 32 bit!) und Windows XP unterstützt. Nach der Installation erfolgt die Aktivierung des Programms über das Internet. Und was macht mDesktop jetzt genau?Na ja, sein Ziel ist es, dass man seine Pocket PC direkt und vollständig über den Desktop PC steuern und bedienen kann. Sowohl durch Dateneingabe und Steuerung aller Funktionen durch Nutzung der PC-Tastatur und der PC-Maus auf dem Pocket PC-Bildschirm, als auch ganz direkt, durch die Abbildung und Verfügbarkeit aller Daten unmittelbar und aufbereitet auf dem großen PC-Monitor. Und durch die echte Verknüpfung des Pocket PC mit dem PC geht jetzt sogar noch mehr direkt von diesem: Anrufen, SMS senden, MMS senden, alle Daten und Anwendungen des Pocket PC verwenden. Und funktioniert es? Um es schon gleich ein wenig vorwegzunehmen: ja, tut es! Sehr schön ist hierbei, dass mDesktop zum einen nicht auf dem Pocket PC installiert werden muss, sondern sich nur bei Verbindung auf diesem “aufschaltet”, und somit mit jedem passenden, verbundenen Windows Mobile Gerät absolute problemfrei zusammenarbeitet … sprich: keine Limitierung der Nutzung durch den Pocket PC bzw. die Smartphones. Dieses Prinzip hat auch den Vorteil, dass Outlook grundsätzlich keine Voraussetzung für mDesktop ist, da es sich vollständig auf die Daten des verbundenen Pocket PC beschränkt. Das hat allerdings zur Folge, dass der Start des Programms ein paar Sekunden dauert, da zuerst alle notwendigen Daten ausgelesen werden müssen. Das – kurze – Warten lohnt sich auf jeden fall! Auf dem Pocket PC zeigt sich als einziges Anzeichen der Verbindung von mDesktop ein kleiner, zusätzlicher Icon. Auf dem PC dagegen tut sich so einiges. Es erscheint ein frei konfigurierbares Fenster auf dem Desktop, mit einer klaren, und in den Grundfunktionen sofort intuitiv erfassbaren Oberfläche. – Hier der Hinweis: die im Text verwendeten Screenshots sind auf 50% verkleinert! - Diese Startansicht nennt mDesktop Dashboardalso Armaturenbrett bzw. Instrumententafel, was eigentlich auch ganz gut passt. Denn hier sind alle nur möglichen Anzeigen auf einen einzigen Blick zusammen, der eine wird auf Anhieb sagen, dass der völlige Überblick gegeben ist, der andere, dass genau dieser Überblick verloren gegangen ist. Wie auch immer man dazu steht, ich finde diese Instrumententafel, gelungen, da man all die Fenster nach eigenem Belieben verändern kann: verschieben an den Ort der Wahl (links, rechts, oben, unten), ausblenden und groß einblenden stehen zur Auswahl. Damit lässt sich das Ganze so einrichten, dass da ist, was man braucht, und weg ist was man nicht mag. Besser als das Verschieben per Kontextmenü, dass nach dem Anklicken des Icons in der rechten oberen Ecke der kleinen Fenster auftaucht, wäre die Möglichkeit diese Fenster per Drag-and-Drop zu verändern, und auch die Größe variabel mit der Maus verändern zu können, da einzelne Fenster schlicht zu klein bleiben, um sinnvolle Informationen gewinnen zu können. Eine Beschreibung der einzelnen Fenster folgt, denn neben der Gesamt-Ansicht über das Dashboard kann man noch jedes Fenster einfach über den linken Rand des Programms anwählen. 
Gut gelöst ist, dass ständig im oberen Rand der Anzeige wesentliche Informationen verfügbar sind und bleiben: Empfang des Telefons, Netz, Batterieladezustand, Bluetooth-Status (für das ggf. gekoppelte Headset), ungelesene SMS und Emails, sowie verpasste Anrufe. Sehr gelungen, zudem man durch Anklicken der Titel direkt zum passenden Untermenü springt. Nett ist auch der Phone Peek im linken unteren Eck des mDesktop-Fensters, wodurch jederzeit ein kurzer Blick auf den (dann sehr kleinen) Bildschirm des Pocket PC geworfen werden kann. Phonealso Telefon, ist der oberste Auswahlbutton der linken Seite. Bei Aktivierung öffnet sich eine Wähloberfläche, sehr ähnlich dem auf dem Pocket PC. Von hier kann man jetzt einfach Anrufe bearbeiten. Und bearbeiten ist gemeint, denn man kann anrufen, telefonieren, aber auch makeln und halten. Über diese Nummern-Tastatur kann man jetzt einfach direkt eine Nummer eingeben, oder auch eine Nummer suchen. Das Suchen ist allerdings direkt auf enthaltene Nummern in den gespeicherten Telefonnummern der Kontakte beschränkt. Eine Suchfunktion nach Namen, oder per T9 ist nicht gegeben, ebenso wenig ist es möglich eine Nummer zu suchen, die ein Leerzeichen oder Sonderzeichen enthält. Hier hilft in der Regel das unter der Tastatur angezeigte Kontaktverzeichnis, in dem alle Kontakte die auf dem Pocket PC enthalten sind, alphabetisch nach dem Nachnamen sortiert angezeigt werden, wobei die Anzeige als Vorname, Nachname erfolgt. Eine Umstellung der Sortierung ist nicht möglich. Eine weitere Verbesserung der Suchfunktion wäre angeraten, um eine weitere Effiziensteigerung zu erreichen.. 
Ein Problem hat das Programm nur mit Namen, die mit einem Umlaut beginnen, diese sind ganz oben einsortiert, was allerdings nach kurzer Gewöhnung nicht stören sollte. Die Kontaktansicht, die man durch Rechtsklick auf einen Namen erreicht ist überschaubar, und gibt neben dem Namen nur die Telefonnummer(n) und eine Email-Adresse preis. Eine Adresse wird nicht angezeigt. Auch die Editiermöglichkeit beschränkt sich auf diese überschaubaren Möglichkeiten. Auch wenn dies eine bewusste Beschränkung auf die Telefonfunktion darstellt, sollte sie doch erweitert werden. Eine Kontakt wird doch (noch) sehr häufig mit Adresse und weiteren Informationen eingegeben, häufig sogar mit Notizen, auch ist die Zuweisung von Kategorien ein bewährtes und häufig dring notwendiges Organisationsmittel. SMSist die nächste Schaltfläche. Hier werden alle auf dem Pocket PC verfügbaren SMS – in allen Ordnern - als Kommunikation angezeigt, so dass eine sehr übersichtliche, geordnete Anzeige einer Kommunikation erfolgt. 
Und über die Anzeige hinaus ist noch so einiges möglich. So können die Texte des SMS exportiert, gedruckt und gespeichert werden. Weiterhin ist es (natürlich) möglich direkt über mDesktop SMS zu verfassen und zu versenden. Ein deutlicher Komfortgewinn. Dass es möglich ist auch einen Mehrfach-Versand durchzuführen ist ebenfalls eine sinnvolle Erweiterung. Contactsist die darunter liegende Schaltfläche. In dieser Ansicht erfolgt die Darstellung und Bearbeitungsmöglichkeit der Kontakte grundsätzlich identisch zu „Phone“. Unterschied ist, dass keine Tastatur angezeigt wird, wodurch „nur“ die gespeicherten Kontakte – durch Auswahl der entsprechenden Nummer im Kontextmenü, dass per Rechtsklick aktiviert wird – angewählt werden. Ein weiterer Unterschied ist die leistungsfähigere Suchfunktion, die eine Suche nach Nummern (auch als Teile aus der Mitte) und allen Namensbestandteilen ermöglicht. Eine Suche nach Adresse oder in den Notizen ist nicht möglich. Diese Anteile sind – wie bereits bei Phone beschrieben – nicht verfügbar, bzw. editierbar oder bei einem neuen Kontakt einzugeben. 
Somit bleibt als Zwischenfazit dieses Fensters, dass die Suchfunktion gut ist, und bereits bei Phone verfügbar sein sollte, und dass unverändert eine Erweiterung der Sortierbarkeit und Editierbarkeit nach weiteren Einträgen (Adressen, Städten, Kategorien, …) gegeben sein sollte, um eine noch stärkere Nutzbarkeit zu erreichen. Agendafolgt als nächstes. Hier werdenauf dem großen Bildschirm alle Aufgaben sowie darunter die Termine der laufenden Woche dargestellt. Und es ist leicht möglich und sehr schnell über die PC-Tastatur eine neue Aufgabe oder einen neuen Termin einzugeben. Ungünstig bleibt auch hier, dass bei der Eingabe nicht alle Möglichkeiten des Pocket PC genutzt werden können. So ist es z.B. nicht möglich eine Kategorie zu geben. Entsprechend ist auch nicht möglich diesbezügliche Sortierungen durchzuführen. 
Der Kalender ist in der – nicht veränderbaren Ansicht - insbesondere für die weitere Planung nicht optimal, da eine Auswahl von anderen Zeiträumen nicht möglich ist. Ein Blick in die Folgewoche oder weitere Zeiträume ist nicht möglich. Picturesermöglicht es direkt in den Bildordner des Pocket PC zu blicken, und die dort gespeicherten Fotos leicht und komfortabel anzusehen. 
Wahlweise auch direkt mit dem Standard-Anzeigeprogramm des PC. Zusätzlich ist es möglich Fotos ausgesprochen komfortabel und einfach per Drag-und-Drop auf und vom Computer zu kopieren. Ein gelungenes Feature. Filesfolgt als nächstes und gibt eine sehr gute und leichte Möglichkeit mit Hilfe dieses Datei-Explorers direkt und unmittelbar auf praktisch alle Inhalte des Pocket PC zugreifen zu können, diese direkt zu öffnen, zu verwalten, auf dem Pocket PC zu verschieben, oder auch auf den oder vom PC zu kopieren, Daten und Dateien zu bearbeiten, ganz nach Wunsch. All das komfortabel, leicht und absolut zuverlässig. Damit wird der Pocket PC praktisch zum universell einsetzbaren mobilen Datenträger. Eine wirklich hervorragendes Feature, und schon dadurch wunderbar nutzbar, dass offensichtlich Active Sync nicht mit Umwandlungsaufgaben behelligt wird, wodurch die Bearbeungs- und Übertragungsgeschwindigkeit enorm ansteigt! 
Auch das Öffnen von Dateien klappt ausgezeichnet. Einfach mit der Maus doppelklicken, die Datei wird in eine temporäres Verzeichnis auf dem PC kopiert und auf dem PC geöffnet. Einfach und komplikationslos, wirklich gelungen. Ein wenig Vorsicht ist nur beim Ändern bzw. Speichern der so geöffneten Dateien angesagt, denn die Speicherung der veränderten Datei geschieht im temporären Ordner des PC und nicht auf dem Pocket PC, der die ursprüngliche Version behält. Logisch, aber doch nicht ganz unwichtig zu bedenken, wenn man mal im Eifer des Gefechts bzw. Der Hektik des Arbeitsalltages in einen Schaffensrausch verfällt, dem dann vielleicht ein kleiner Suchrausch folgen könnte. Ein kleine – optionale Warnmeldung könnte hier evtl. Helfen. Insgesamt bleibt aber auch hier … ein Highlight. Screengibt das wieder, was man nicht mehr missen möchte, wen man es nur einmal genießen durfte. Die Möglichkeit den Pocket PC absolut vom PC zu steuern. Komfortabel und effektiv mit Maus und Tastatur. Und in Echtzeit! Die Steuerung erfolgt entweder durch die Maus als Ersatz für den Stylus oder durch die eingeblendeten, emulierten Hardware-Tasten am unteren Bildschirmrand … oder durch Tasten auf der PC-Tastatur, die die Soft- und Hardwaretasten des Gerätes simulieren, und diese quasi zu ersetzen. 
Somit können wirklich alle Anwendungen des Pocket PC direkt auf dem Bildschirm des PC ausgeführt und genutzt werden, ebenso Einstellung getroffen und verändert! Der Mehrwert und die Steigerung der Nutzungsmöglichkeiten ist bei einem solchen Feature enorm. Eingaben geschehen durch die große Tastatur des PC direkt und ungemein schnell. Sehr gut ist auch die Möglichkeit direkt aus der Anwendung einen Screenshot zu machen, und das Bildschirmfoto direkt auf dem PC zu speichern. Auch hier eine absolut gelungene, hervorragende Arbeitserleichterung. Installgibt die Möglichkeit sehr einfach Programme auf dem Pocket PC zu installieren, indem man die cab-Dateien per Drag-und-Drop mit der Maus auf das Feld in mDesktop zieht, worauf die Installation automatisch erfolgt. Eine sehr schöne Lösung, die eine Installation von Programmen ohne den Umweg über Active Sync und Windows Mobil-Gerätecenter ermöglicht, also ohne irgendwelche unnötigen Rückstände auf dem PC. 
Zusätzlich gibt es ein Feld in das Internet-Favoriten auf den Pocket PC – ebenfalls per Drag-und-Drop – übertragen werden können. Infoist die letzte Schaltfläche, und sie offenbart einige nette Details aus den Untiefen des Systems von Windows Mobile. So sind neben allgemeinen Gerätedaten auch die aktuelle Speicherauslastung sowie der Batteriestand zu sehen. FazitEin wirklich innovatives Konzept und ein gelungenes, sehr leicht zu handhabendes Programm mit großen Stärken und einigen Verbesserungsmöglichkeiten. Es lohnt sich es auszuprobieren, und ich bin sicher, dass sich bereits jetzt viele Nutzer finden, die die Features, die mDesktop bietet schon lange vermisst haben. Bereits die uneingeschränkte Bedienung des Pocket PC per Maus und Tastatur über den PC-Bildschirm, der Datei-Explorer und die Telefonfunktion machen es zu einem echten Tipp. Zu verschweigen ist allerdings nicht, dass noch deutliches Entwicklungspotential vorhanden ist, um alle Möglichkeiten des Pocket PC nutzen zu können, die man benötigt. So ist schon die fehlende Übernahme und Eingabemöglichkeit der Kategorie für mich ein sehr großes Hindernis, dass den Nutzen entsprechend stark limitiert. Bei Nutzung eines Pocket PC mit Windows Mobile Professional (mit Telefon) oder eines Windows Mobile Smartphones steigert es die Produktivität, den Nutzwert und auch Spaß am Nutzen des Pocket PC deutlich, und dass zu einem wirklich sehr akzeptablen Preis.
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Echtes Manko: keine deutsche Übersetzung, kein übersichtlicher Kalender, muss "Agendus" nebenher laufen lassen, was Konflikte beschert.
Alles in allem ein top Programm, wenn..... ja wenn dieses Wörtlein nicht wäre.
Die oben genannten Defizite stufen das Tool zurück in die Drittklassigkeit, da nur der "Handyspeicher" mit guten Ansätzen zugemüllt wird. Den aufgeblähten Agendus ersetzt wohl nichts.