Samstag 0:34, von einer Party kommend und nun auf dem Weg nach Hause. Ein suchender Griff in die Jackentasche ... kein Pocket PC ... mein Herz schlägt schneller, der Puls steigt ... nirgendwo ist mein Pocket PC mehr zu finden. Oh nein ..., auf der Party vergessen, verloren oder wurde ich sogar bestohlen? Meine ganzen Telefonnummern, Daten, Notizen, private Aufzeichnungen ... alles weg und eventuell in den Händen eines Diebes??? Was für eine Horror-Vorstellung.
Aber Moment, da fällt mir ein, eventuell doch nicht so schlimm, denn glücklicherweise habe ich mir gerade heute noch die Safeguard PDA Personal Edition von Utimaco installiert und somit ist mein Pocket PC mit einem Zugangsschutz inkl. PIN gesichert und alle meine Privaten Dateien habe ich mit der Private Disk verschlüsselt. Glück im Unglück oder gar trügerische Sicherheit? Ich konnte das Programm ein paar Wochen lang testen und im Alltag benutzen. Hier könnt Ihr meine Erfahrungen dazu lesen. Installation  Aktivierter Zugangsschutz von SGPDAPE Der erste Eindruck der Software wirkt wirklich sehr professionell. Menügeführte eigene Installationsroutine, bei der man sich neben der eigentlichen Installation auch gleich eine Dokumentation im PDF Format anzeigen lassen kann. Ein Pluspunkt – denn eine eigene Dokumentation ist ja in heutiger Zeit fast schon zu einer Seltenheit geworden. Die Safe Guard PDA Private Edition (im Folgenden abgekürzt SGPDAPE) beinhaltet neben der Hauptkomponente des Programms (Utimaco Safeguard an sich – der PDA Zugangsschutz oder einfach gesagt die "Tastensperre") noch zwei weitere Komponenten, zwischen denen man bei der Installation wählen kann: - PrivateCrypto
- PrivateDisk
Wobei sich mit PrivateCrypto zusätzlich noch Mails und mit PrivateDisk noch Dateien aller Art verschlüsseln lassen. Alles in allem also ein ziemlich komplettes Sicherheitspaket, das alle privaten Informationen schützt und verschlüsselt. Bei der Installation wurden alle drei Komponenten ausgewählt. Die Installationsreihenfolge bzw. die Installation selbst sorgte bei mir gleich am Anfang für eine paar Irritationen, denn zuerst wurde PrivateCrypto installiert anschließend erst Utimaco Safeguard. Die PrivateDisk Komponente wurde aufgrund des Softresets den Utimaco Safeguard verlangt und den es auch selbst nach ein paar Sekunden ausführt zuerst nicht installiert. Nach dem Softreset wurde PrivateDisk dann aber von selbst noch nachinstalliert, sodass ich schließlich doch noch alles erfolgreich auf meinem Pocket PC hatte. SGPDAPE Einstellungen (Konfigurationsmöglichkeiten)  Konfigurationseinstellungen SGPDAPE 1. Teil Nach dem Neustart wird man dann von Utimaco Safeguard begrüßt und es muss erst mal eine Grundkonfiguration vorgenommen werden, bevor man das Programm richtig benutzen kann. Und zwar müssen zuerst das Masterpasswort und anschließend das Userpasswort eingegeben werden. Wobei das Masterpasswort im Notfall alle anderen Passwörter außer Kraft setzen kann. Aber Vorsicht, wer das Masterpasswort selbst auch vergisst, dem kann dann auch nicht mehr geholfen werden. Das Userpasswort entspricht der PIN, die man zum Entsperren des Gerätes später eingeben muss. Nun kann man in den Einstellungen die verschiedenen Reiterkarten durchgehen und sich SGPDAPE an seine Bedürfnisse anpassen. Schauen wir uns diese nun mal im Detail an. Reiterkarte Allgemein Auf der ersten Reiterkarte "Allgemein" sollte man selbstverständlich im Feld "Gerät sichern" den Haken bei "Gerät an" und bei "ActiveSync Verbindung" setzen, damit der Zugangsschutz aktiv ist, wenn man seinen Pocket PC aus und danach wieder einschaltet und damit auch bei einer ActiveSync Verbindung das Passwort abgefragt wird. Sonst wird womöglich der Schutz unterlaufen und der "Dieb" oder "Finder" kann sich per ActiveSync Verbindung alle privaten Dateien ansehen, ändern oder löschen. Je nach Bedarf lässt sich hier auch einstellen, dass die Zugangssperre nach x Minuten Leerlauf automatisch eingeschaltet wird. Eigentlich ein gutes und sinnvolles Feature, denn hier wird das Gerät nach der vorgegebenen Zeit einfach gesperrt, wenn keine Eingabe (Tastenaktion oder Touchscreenaktion) durch den Benutzer erfolgt ist. Laufende Programme oder eine bestehende ActiveSync Verbindung bleiben davon unberührt und sind weiterhin im Hintergrund aktiv. Ein laufender Internetexplorer mit aktiver WLAN Verbindung wird beispielsweise als Leerlauf betrachtet und zwar solange wie man nicht den Touchscreen oder die Tastatur bedient. Selbiges gilt für Anwendungen wie Microsoft Word Mobile oder Excel. Das kann, wenn man die Zeitdauer für den Leerlauf zu gering eingestellt hat (zum Beispiel 2 Minuten) und ein wenig beim Schreiben in Word nachdenkt bzw. im Internet einen langen Text lesen will ziemlich nervend werden, da sich die Tastensperre dann immer wieder aktiviert. Hier sollte also man vorher daran denken und entweder diese Funktion wieder deaktivieren oder die Zeitdauer nach oben setzen. Das Abspielen des Mediaplayers wird auch unbeachtet gelassen, zählt also ebenfalls zum Leerlauf, und die Zugangssperre wird nach der abgelaufenen Zeitspanne aktiviert, wobei der Mediaplayer aber ja glücklicherweise im Hintergrund weiterläuft und man die Musik somit weiterhin genießen kann, vor allen Dingen auch weil sich der Stand-by-Modus des Geräts nicht selbst anschaltet. Ein laufendes Backup wird ebenfalls ignoriert, die Zugangssperre aktiviert sich nach der eingegebenen Leerlaufzeit, das Backup läuft aber im Hintergrund erfolgreich weiter. Wenn der Stand-by-Modus des Pocket PC Geräts sich nicht vorher selbst aktiviert kann das Backup also zu Ende gebracht werden. Ein Systemneustart, der aus dem Hintergrund heraus gestartet und von einigen Backup Programmen durchgeführt wird, lässt SGPDAPE offensichtlich zu, ein automatisches Backup mit Sprite Backup funktionierte auch einwandfrei trotz 2-fachen Softresets und der Tatsache, dass nach Softreset SGPDAPE normalerweise den Start aller Programm solange verhindert, bis man die PIN eingegeben hat. Aber ein zeitlich geplantes Backup mittels Spb Backup, dass sich bei aktiviertem Zugangsschutz von selbst startet und das Backup durchführt ist mir leider nicht geglückt. Jedes mal verursachte dass einen Softreset und das Backup wurde dadurch natürlich nicht erfolgreich durchgeführt. Auch die dritte automatisierte Backup Variante mit den SK Tools gelang mir nicht einwandfrei – so wird zwar der von SK Tools initiierte Softreset erfolgreich durchgeführt und SK Tools startet auch mit dem Backup, aber irgendwie lief das alles nicht einwandfrei, denn mittendrin gab es wieder einen Softreset und ich habe erst gar nicht versucht das Backup wieder einzuspielen. Mir bleibt bei diesem Punkt also nur der Hinweis, dass SGPDAPE mit zeitlich geplanten Backups nicht zu 100% kompatibel ist. Hier sollte also ein jeder selbst vor Kauf des Programms die Kompatibilität und das problemlose Funktionieren seiner Backup Software mit SGPDAPE testen und sicherstellen. Generell empfiehlt SGPDAPE nach einer Wiederherstellung mittels Backup sich selbst neu zu installieren und dasselbe PW wieder zu verwenden, was zum Zeitpunkt des Backups gültig war. Auch sehr schade ist, dass mich mein Wecker (getestet mit Spb Time) zwar trotz aktiviertem Zugangsschutz/Tastensperre erfolgreich aus dem Schlaf reißt, aber leider kann man nicht den Schlummermodus anschalten geschweige den Alarm richtig ausschalten bzw. beenden. Denn hierfür wäre es notwendig den Wecker vor die Eingabeaufforderung für die PIN von Safeguard zu setzten. Leider wird das konsequent verhindert und das einzige was man sieht ist der Bildschirm von SGPDAPE. Man ist also gezwungen erst die PIN einzugeben, um dann anschließend den Alarm zu beenden oder sich weitere 5 Minuten Schlaf mit der Schlummertaste zu gönnen. Und wer morgens nicht der schnellste ist und noch Bettgenossen hat, der wird sich bedanken .... Man kann zwar den Pocket PC mit einem Klick wie gewohnt zurück in den "Schlaf" also in den Standby schicken, das Risiko, das man aber dann selbst auch wieder einschläft und nicht erneut durch den Pocket PC geweckt wird ist mir zu hoch. Und außerdem schallt dann spätestens wieder der Alarm los, wenn man seinen Pocket PC regulär einschaltet und dann muss man in voller Hektik die PIN eingeben um den Alarm abzuschalten. Wenn man Pech hat sind bis dahin alle anderen im gemeinsamen Schlafzimmer ebenfalls wach geworden und strafen einen mit bösen Blicken ... aber immerhin ist man pünktlich geweckt worden. Hier genauso wie im Fall der zeitlich geplanten Backups besteht meiner Meinung nach noch deutlich Verbesserungsbedarf seitens des Herstellers. Ich hätte es als sinnvoll erachtet, wenn man den User darüber hätte selber entscheiden lassen, welche Anwendungen laufen sollen und welche nicht. Hier hätte ich mir so wie es das bei anderen Herstellern auch gibt (PocketSecure zum Beispiel) eine Ausnahmeliste gewünscht, in der man dann definieren kann welche Anwendungen trotz aktivierter Tastensperre im Hintergrund laufen dürfen bzw. auch vor die Tastensperre gesetzt werden und damit aktiv sein dürfen und welche nicht. So wäre es zum Beispiel möglich, das ein Wecker seine Eingabeaufforderung an den User in den Vordergrund bringt und dieser dann mittels der Schlummertaste noch ein paar Runden gemütlich weiter schlafen kann. Mit sicherem Gefühl, dass erstens der Wecker tadellos funktioniert und zweitens das das Gerät trotzdem einwandfrei mittels Tastensperre und PIN geschützt ist. Auch wäre es so möglich, dass ein automatisiertes (zeitlich gesteuertes) Backup trotzdem erfolgreich seinen Dienst verrichten kann. Aber gut – kommen wir zurück zu den Einstellungen. Im Feld "Programmeinstellungen" kann neben der Sprache schließlich noch eingestellt werden, ob man sich in der unteren Taskleiste ein Icon einblenden lassen will oder nicht. Eine äußerst gute und sinnvolle Einstellung. Denn somit hat man über dieses Icon mit einem Klick alles Wesentliche schnell im Überblick und im Zugriff. Hier lassen sich die folgenden wichtigsten und selbsterklärenden Punkte ansteuern: - Gerät sperren
- Sperren und Gerät aus
- Einstellungen
Neben diesen Punkten kann man hier noch mit einem Klick zu PrivateCrypto und PrivateDisk gelangen. Zu diesen beiden Programmen aber später mehr. Reiterkarte "Anmelden" Auf der nächsten Reiterkarte "Anmelden" kann man sich je nach seinen persönlichen Vorlieben seine Anmeldemethode auswählen. Hier hat SGPDAPE wohl für jeden etwas dabei. Passworteingabe, Symboleingabe, Unterschrift, Fingerabdruck; Smart Card. Ich muss aber gestehen mangels vorhandener Technik den Fingerabdrucksensor und die Smart Card nicht ausprobiert zu haben. Bei der Passworteingabe muss das gewählte Passwort zwischen 4 und 32 Zeichen haben. Bei der Anmeldung am Pocket PC wird dann auf Klick die Tastatur zum Eingeben des Passwortes eingeblendet. Wird die Symboleingabe gewählt, muss hier eine Symbolreihenfolge ausgewählt werden. Hier kann man entweder die von SGPDAPE zur Verfügung gestellten Symbole nutzen oder sich ein eigenes Bild entsprechend den Anweisungen erstellen und nutzen. Wer also eher visuell veranlagt ist, kann sich diese Anmeldemethode auswählen und sich eine kleine Geschichte anhand der Symbole ausdenken und hoffentlich auch merken. Neben den erwähnten Symbolen hat SGPDAPE auch ein Bild mit Zahlen standardmäßig dem Programm beigefügt. Das macht Sinn, denn wenn man nicht immer die kleine Tastatur samt Stylus nutzen will, kann man sich hier auf einem Zahlenfeld von 1-9 eine PIN zusammenstellen und diese dann später auf dem Anmeldeschirm mit den Fingern eingeben. Die Größe des Zahlenfelds ist für meine Begriffe noch nicht optimal. Sie könnte ruhig ein wenig größer sein, damit die Fehleingaben etwas sinken. Im Laufe der Zeit hat man sich aber so einigermaßen daran gewöhnt. Wer Angst hat, dass man bei der Eingabe des Passwortes oder der Symbolreihenfolge beobachtet wird, der kann es dem potentiellen Dieb oder Beobachter deutlich schwieriger machen indem er den Haken bei "Zufällige Symbolreihenfolge" setzt und schon werden bei jeder Anmeldung die Symbole anhand eines Zufallsgenerators angeordnet. Allein das macht es mir selbst schon schwieriger mein Passwort einzutippen, da man sich immer selbst erst mal orientieren muß, wo nun welches Symbol platziert ist. Wer seine Termine oder Nachrichten trotz aktiviertem Zugangsschutz sehen und erhalten will, der muss hier noch unbedingt den Haken bei "Benachrichtigungen zulassen" setzen. Ansonsten wird dem User nichts auf dem Heute Bildschirm präsentiert. Reiterkarte Benutzer  Konfigurationseinstellungen SGPDAPE 2. Teil Auf der dritten Reiterkarte kann man einstellen welche zusätzlichen Benutzerinfos auf dem Anmeldebildschirm noch angezeigt werden sollen. Neben der Wahl zwischen Telefonnummer oder email kann man noch einen eigenen max. zweizeiligen Text eingeben. Reiterkarte PIM Wer seine Termine, Kontakte, Aufgaben, E-Mails (inkl. email Anlagen) sowie MMS und SMS verschlüsseln will, der wird auf dieser Reiterkarte fündig. Hat man auch PrivateDisk installiert sowie eine Container-Datei angelegt, kann sogar diese als Speicherort für die verschlüsselten E-Mail-Anlagen ausgewählt werden. Egal welche Einstellungen man hier vornimmt, es muss systembedingt anschließend automatisch ein Softreset durchgeführt und somit neu gestartet werden. Reiterkarte Erweitert Hier kann man zum einen das Masterpasswort ändern. Zum anderen lässt sich hier zusätzlich die Anzahl der Fehlversuche festlegen. Hier kann man sich gleich den passenden Alarmton einstellen, der nach x Fehlversuchen ertönt (individuell einstellbar). Wobei dieser Ton oder Sound dann solange zu hören ist, bis die korrekte PIN eingegeben worden ist. Mehr kann man unter WM5 leider nicht einstellen. Hier fehlt mir die Möglichkeit, das das gesamte System nach x Fehlversuchen gelöscht wird – also die Möglichkeit einen Hardreset einstellen zu können. Registerkarte Telefon Diese Seite bzw. Funktion habe ich ja irgendwie lieben gelernt. Hier hat man die Möglichkeit die Telefoneinstellungen während des aktivierten Zugangsschutzes zu definieren. Entweder man erlaubt generell ein Telefonieren ohne Anmeldung (was bei Diebstahl natürlich teuer werden kann) oder man kann bis zu maximal drei Telefonnummern mit Namen eingeben, die man dann auf der Anmeldeseite auswählen und anrufen darf. Und zwar nur diese, sonst keine anderen Nummern. Auf dem Anmeldebildschirm kann man dann mit Klick auf ein kleines Handysymbol zu diesen vordefinierten Handynummern gelangen und diese wählen. Das ist natürlich äußerst praktisch, denn so kann ich meine am häufigsten verwendeten Telefonnummer hier eingeben und ohne Aufhebung der Zugangssperre mit Ihnen telefonieren. Zusatzprogramme "PrivateDisk" und "PrivateCrypto" PrivateCrypto  Einstellungen/Buttons für PrivateCrypto Mit PrivatCrypto können Dateien (beispielsweise vor email Versand) verschlüsselt und gar komprimiert werden. Das schöne daran ist, dass der Empfänger nichts installiert haben muss, denn man kann eine selbstextrahierende bzw. selbstentschlüsselnde EXE erstellen und diese dann per Mail verschicken. Die Datei muss dann vom Empfänger nur per Doppelklick gestartet werden und nach der korrekten Passworteingabe wird die Datei wieder entschlüsselt. Leider bleiben bei dieser doch eigentlich schönen Geschichte zwei Wehrmutstropfen.- Man kann diese *.exe Datei nicht auf dem PC öffnen (außer mit weiterer Zusatzsoftware), sondern nur auf dem Pocket PC
- Man kann leider nur Dateien damit bearbeiten und keine Verzeichnisse.
Ansonsten funktioniert dieser Teil des Programms gut und flüssig und ist eigentlich durch die drei Buttons "Encrypt", "Decrypt" und "Options" recht übersichtlich und bedienerfreundlich. Nach dem Start des Programms kann man über die Schaltfläche Encrypt Dateien auswählen, die dann anschließend verschlüsselt werden sollen (wie erwähnt alternativ auch als *.exe). In den Optionen kann man zugleich noch einstellen, ob die Dateien vor Verschlüsselung noch komprimiert werden sollen und danach auch gleich gelöscht werden sollen oder nicht. Mit dem Decrypt Button lassen sich letztendlich die Dateien auch wieder entschlüsseln, falls diese nicht als selbstentschlüsselnde EXE sondern als PrivateCrypto Dateien mit der Endung *.uti vorliegen. Sehr gelungen ist die reibungslose Integration mit Pocket Outlook. So kann man beim Start von PrivateCrypto schon gleich "Verschlüsselt senden" auswählen. Hierbei wird die verschlüsselte Datei dann gleich in Outlook als Anlage angefügt und man braucht nur noch Empfänger und Text eingeben bevor die mail auf Ihre Reise geschickt wird. PrivateDisk  Einstellungen/Buttons für PrivateDisk Hier kommen wir zu einer sehr sinnvollen und wie ich finde wichtigen Anwendung. Genauso ein Programm in Verbindung mit dem Zugangsschutz habe ich schon lange gesucht. Leider hat es nicht immer zu 100% funktioniert. Aber dazu gleich mehr.Mit PrivateDisk kann man sich beliebig große Container Dateien erstellen, die dann als virtuelle Laufwerke in den Explorer eingebunden werden. In dieser einzigen großen Datei werden alle Daten und Dateien verschlüsselt. Es ist so was wie ein elektronischer Safe auf dem Pocket PC. Sobald dieser mit einem Passwort geöffnet bzw. gemountet wird stehen alle Dateien entschlüsselt zur Verfügung und beim Speichern bzw. unmounten wird alles sofort wieder verschlüsselt. Somit kann eigentlich niemand was mit der Datei anfangen, wenn diese mal in fremde Hände gelangt. Denn ohne Passwort kommt man nicht an den Inhalt der Dateien ran. Die Erzeugung der Container Datei kann je nach gewählter Größe von ein paar Sekunden bis zu Minuten dauern. Man wird vom Programm in allen Schritten begleitet und muss nur noch den Speicherort der Containerdatei wählen. Hier sollte man mit darauf achten, dass der Speicherort noch mindestens genauso viel Platz hat, wie die Dateigröße, die man angibt. Eine spätere Veränderung der Größe ist übrigens nicht mehr möglich. Dann muss ein neuer Container erstellt werden. Anschließend nur noch Name, Größe und Passwort eingeben und schon wird der Container relativ zügig erstellt. Als Passwort kann man auch das Anmeldepasswort vom Zugangsschutz wählen. Der Vorteil liegt auf der Hand, denn es gibt noch unter "Extras" die Funktion: "Aktivere automatische Anmeldung an alle PrivateDisks mit dem Logonpasswort nach Softreset". Das bedeutet, dass einem solche Container sofort nach Eingabe der PIN als virtuelles Laufwerk zur Verfügung stehen. Somit entfällt einem das lästige manuelle Einbinden (mounten) der einzelnen Container Dateien. Wobei ich es durchaus auch als sinnvoll und wichtig empfunden habe auch noch Container Dateien zu haben, die nur bei Bedarf von mir selbst gemountet werden. Sei es weil der Inhalt nicht immer benötigt wird oder gar weil die darin enthaltenen Dateien nur selten "offen" sein sollen. Zusätzlich kann man sich auch noch Container Dateien von anderen Personen importieren, wenn man denn auch das Passwort hat. Als sehr ärgerlich habe ich die bei mir immer wieder auftretende Fehlermeldung "Der Private Disk Treiber konnte nicht aktiviert werden" empfunden. Denn immer wenn ich den Container mal benutzen wollte, sei es um auf dort abgespeicherte Dateien zuzugreifen oder um dort noch weitere Dateien abzulegen, habe ich diese Fehlermeldung beim Mounten nach der Passworteingabe erhalten. Nach dem einem oder anderen Softreset und anschließendem Neuversuch bin ich glücklicherweise immer wieder irgendwie an die Daten gekommen, aber mal ehrlich – das ist ja nicht Sinn der Sache, oder? Aber ansonsten war und bin ich von der Idee und restlichen Handhabung doch positiv angetan. Die Container Lösung ist ideal, wenn man mehrere Dateien hat, diese aber nicht alle einzeln verschlüsseln will. Und durch das virtuelle Laufwerk kann man das fast wie eine normale Festplatte oder Zusatzkarte benutzen. Einfach die Dateien hier rein kopieren, bearbeiten und/oder auch löschen. Das alles funktioniert transparent und zu akzeptablen Laufzeiten. Ich konnte auf meinem MDA Vario keine allzu großen Performanceeinbußen spüren. Wobei man ehrlich sagen muss, dass man mit dem Vario eh nicht zu den Formel 1 Pocket PCs gehört. Wenn man nun noch Safeguard PrivateDisk für Windows sein eigen nennt (49,00€), kann man sogar diese Dateien auf dem PC kopieren und dort entschlüsseln und als virtuelles Laufwerk einbinden. Nahezu perfekt, oder? Fazit Also was wäre nun, wenn mir mein PDA nun wirklich wie am Anfang beschrieben gestohlen wäre? Hätte ich persönlich ein gutes Gefühl, was die Sicherheit meiner Daten angeht? Ein eindeutiges JA. Der Zugangsschutz funktioniert einwandfrei, durchweg zuverlässig und ich habe es nicht geschafft diesen wie auch immer zu umgehen. Auch die nette Zusatzfunktion für das Wählen von bestimmten Handynummern hat mir sehr gefallen. Genauso wie die Möglichkeit Symbole anstatt Zahlen nutzen zu können, inkl. der zufälligen Anordnung. Dadurch dass ich auch alle meine privaten PIM Informationen auf dem Pocket PC mit SGPDAPE verschlüsseln kann und in Kombination mit PrivateDisk und PrivateCrypto hat man eigentlich alles zusammen was man braucht. So kann man zusätzlich noch seinen anderen wichtigen Dokumente und Dateien in den Containerdateien mittels PrivateDisk verschlüsseln. Sogar Dateien auf meiner normalerweise ungeschützten Mini SD Karte können damit vor unberechtigten Zugriff geschützt werden. Leider habe ich persönlich auch ein paar Dinge gefunden, die mir die tägliche Nutzung im Alltag deutlich erschweren. Diese sind aber meinen persönlichen Vorlieben geschuldet und müssen nicht für jeden gleich empfunden werden. Hierbei sei neben den Problemen mit einiger Backupsoftware auch mein täglich genutzter Wecker erwähnt. Auch eine Liste von Ausnahmen, also vom User definierten Programmen, die sich in den Vordergrund setzen dürfen hat mir gefehlt. So wäre mein Wecker oder Backup Problem wahrscheinlich nicht aufgetreten. Schön wäre es auch, wenn man optional die Wahl hätte neben einem verdeckten Zugangsschutz wie er sich jetzt darstellt bei dem man den Today Bildschirm nicht sieht, einen transparenten Screen auswählen zu können, der einen "freien" Blick auf den Today Sceen gibt. Das mag für den einen oder anderen etwas gegen sein Sicherheitsdenken oder gegen die Privatsphäre verstoßen, für andere wäre das die perfekte Kombination zwischen Sicherheit und Alltagstauglichkeit. Denn schließlich will und nutze ich meinen Pocket PC ja täglich und möchte unter Umständen die wichtigsten Infos vom Today Screen sehen können, aber trotzdem mit einem ruhigem Gewissen, dass mein Pocket PC zu 100% geschützt ist. Auch das man keinen Hardreset nach x falschen Fehlversuchen erzwingen kann habe ich als Mangel empfunden. OK, eigentlich sollten die obigen Sicherheitsmaßnahmen ausreichen, aber dieses Feature fehlte mir trotzdem. Denn so wüsste ich dass ein Dieb, wenn er denn an meinen Pocket PC ran will, vermutlich nur über einen Hardreset rankommt. Sei es weil er zu oft die falsche PIN eingegeben hat, oder weil er ein neues OS aufgespielt hat. Meine Daten wären dann auf jeden Fall gelöscht und nicht in falsche Hände gelangt. Eine kleine Genugtuung also. Was mir auch noch negativ aufgefallen ist, das es manchmal einfach ein paar Sekunden nach Einschalten des Geräts dauert bis die Anzeige kommt. So sieht man nur einen weißen Bildschirm und wartet. Leider kam es auch ab und zu vor, das der Pocket PC ein paar mal gar keine Reaktion mehr zeigte, wobei ich nicht sagen kann an was das genau gelegen hat und ob man SGPDAPE dafür verantwortlich machen kann. Jedenfalls hat hier nur ein Softreset geholfen. Als sehr hinderlich im Alltagsleben habe ich natürlich auch die Treiber-Probleme mit Private Disk empfunden. Dieser Punkt muss meiner Meinung definitiv in einer der nächsten Updates behoben werden. Wenn man sich auf der Homepage von Utimaco ein wenig umsieht wird einem recht deutlich das Utimaco im Allgemeinen als Kundenkreis eher auf Unternehmen ausgerichtet ist. Wobei das nicht als Nachteil zu sehen ist, vielleicht erschließt Utimaco ja zukünftig auch noch andere Kundenkreise. Wobei man das ja mit dem Verkauf mit Safeguard PDA Personal Edition, wie man ja sieht schon durchaus anstrebt. Jedenfalls erklärt das wahrscheinlich auch warum einige Funktionen ausgeschlossen oder restriktiver als sonst wo umgesetzt worden sind, da die Unternehmenssicherheit vor "Spielerei", "Skinning" und vermutlich Alltagstauglichkeit etc. gesetzt wird. Mein Resümee in Verbindung mit meiner Eingangsfrage nach Sicherheit und Alltagstauglichkeit lautet also folgendermaßen: Die gefühlte und gelebte Sicherheit mit SGPDAPE ist ziemlich gut und nicht trügerisch. Aber beim Thema Alltagstauglichkeit ist meiner Meinung nach noch das ein oder andere zu erledigen. Wer will kann sich hier das Programm hier als Demoversion runterladen. SafeGuard PDA Personal Edition unterstützt Windows Mobile 2003 und Windows Mobile 5.0. Die Demoversion hat allerdings die folgenden Einschränkungen: Sie bietet keinen echten Zugangsschutz. Eine erfolgreiche Anmeldung findet immer statt, egal ob das Passwort korrekt oder falsch eingegeben worden ist. Des Weiteren kann das "Start"-Bitmap in der Demoversion nicht durch eine eigene Grafik ersetzt werden. Wer sich die Vollversion zulegen möchte kann das hier zu einem Preis 29,90€ machen. Die Homepage ist auch in deutscher Sprache erreichbar und zusätzlich gibt es einen recht ausführlichen FAQ Bereich mit Wissensdatenbank.
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