TomTom Navigator 6
Geschrieben von Georg Detlef Lange   
Dienstag, 19. Dezember 2006

TomTom Navigator 6Zum Test lag TomTom Navigator 6 (Software & regionale Karten (DACH) auf Speicherkarte + GPS Receiver) in der Version 6.010 (7720) vor. In der Umverpackung waren zwei Kartons enthalten – ein Karton für die Software, ein weiterer für den schnurlosen GPS Receiver.

Da in dieser Review die Navigationssoftware betrachtet wird, hier nur kurz ein paar Informationen zum TomTom Bluetooth GPS Receiver. Der Receiver, ein SiRF Star III Gerät, wird mit einem Netzladegerät inkl. diversen Adaptern (United Kingdom, USA, Europa und Australien) geliefert, so dass hier keine Mehrkosten anfallen dürften. Auch bei dem beiliegendem Autoladeadapter über den Zigarettenanzünder hat TomTom diverse Adapter (iPAQ, Palm, mini-USB und Nokia) beigelegt, so dass gleichzeitig der GPS Receiver und das entsprechende Gerät mit Strom versorgt werden können. Eine übersichtliche, für mehrere Sprachen ausgelegte Kurzeinleitung runden den Lieferumfang ab. Der Receiver selbst ist dank des verwendeten Chip (SiRF Star III) sehr zuverlässig und schnell. Bei Abmessungen von 87,8 x 43,0 x 15,1 mm und einem Gewicht von 68 g ist für dieses Gerät leicht ein Platz in jeder Tasche zu finden. Der festverbaute Akku soll laut Hersteller 10 Stunden bei typischer Nutzung durchhalten und ist in vier Stunden vollständig aufgeladen.


BT GPS-MouseDie Software TomTom Navigator 6 inkl. dem Kartenmaterial (DACH = Deutschland/Österreich/Schweiz) wird auf einer Mini-SD Speicherkarte (512 MB, davon 466 MB belegt) inkl. SD-Adapter und Schutzcase geliefert. Auch hier, wie schon beim GPS Receiver, versucht TomTom die Unterstützung so großzügig wie möglich zu gestalten, so dass die meisten Kunden sofort los navigieren können. Wer jedoch keine der beiden genannten Speicherkartentypen verwenden kann, muss entweder über ein Kartenlesegerät die auf der Speicherkarte enthaltenen Daten auf ein anderes Medium übertragen, oder aber gleich zu einer anderen Verkaufsversion greifen. Hier wäre es wünschenswert gewesen, wenn auf der beigelegten CD-ROM (209 MB belegt) vielleicht auch noch die Navigationssoftware und das Kartenmaterial abgelegt worden wären (ggf. auf DVD-ROM), um so auch gleich eine Sicherheitskopie zu haben. Damit wären wir bei der beigelegten CD-ROM, auf der die TomTom Home Software sowie zusätzliche Stimmen, Satellitenbilder und das Handbuch im pdf-Format (mehrere Sprachversionen) enthalten sind. VerkaufspackungIn gedruckter Form liegen ein Installationsposter, eine Kurzanleitung, die Lizenzbedingungen sowie eine TomTom Plus Service Broschüre bei – auch hier natürlich alles wieder für unterschiedlichste Sprachen ausgelegt. Auch die Produktcode-Karte sollte noch erwähnt werden, da ohne diese nichts geht. TomTom verlangt eine Aktivierung, welche aus Gerätecode und Produktcode einen Aktivierungscode erzeugt.


Die Software selbst steht in Dänisch, Deutsch, Estnisch, Englisch (GB), Englisch (USA), Finnisch, Flämisch, Französisch, Italienisch, Katalanisch, Lettisch, Litauisch, Niederländisch, Norwegisch, Polnisch, Portugiesisch, Schwedisch, Slowenisch, Spanisch, Tschechisch, Türkisch und Ungarisch zur Verfügung. Installiert werden kann die Software auf Windows Mobile Geräten (Pocket PC, Pocket PC Phone Edition und Smartphones), sowie auf einigen Nokia Smartphone (Symbian Betriebssystem) – welche Geräte das genau sind, kann der Herstellerseite entnommen werden.

Installation
Installation
Die Installation gestaltet sich relativ einfach, so lange man eine mini-SD bzw. SD-Speicherkarte einsetzen kann – siehe hierzu "Die Software". Einfach die Speicherkarte in den Pocket PC einsetzen und die automatisch startenden Installationsroutine installiert TomTom Navigator 6 auf dem Gerät. Es wird leider nicht gefragt, wo man die Software installieren möchte, so dass automatisch der Hauptspeicher des Gerätes verwendet wird. Nach einen Neustart des Pocket PC kann die Software das erste Mal gestartet werden. Jetzt muss noch die gewünschte Sprache festgelegt und ein paar Fragen zur Konfiguration beantwortet werden.


Aktivierung
Aktivierung
Auch kommt hier der Punkt an dem die Software, genauer das Kartenmaterial, aktiviert werden muss. Empfehlenswert ist hier die Variante manuell zu wählen, da die automatische Variante nur per GPRS, also über eine Mobilfunkverbindung, funktioniert und durch die erforderliche Eingabe einiger Daten, die Kosten in die Höhe schnellen lassen könnte. Bei Variante manuell wird einem der Gerätecode angezeigt und eine Internetadresse angegeben, welche man für die Aktivierung aufzusuchen hat. Nach betätigen der Schaltfläche "Aktivieren" wird man zur Eingabe des Aktivierungscode
Installationsabschluss
Installationsabschluss
aufgefordert, welchen man über die genannte Website mittels des Gerätecode und Produktcode erzeugt hat.


Ist diese Hürde genommen kann noch die Heimatadresse definiert werden, bevor die Einstellungsdaten für den GPS-Receiver abgefragt werden. Danach besteht dann noch die Möglichkeit sich eine kleine Tour durch TomTom Navigator 6 vorführen zu lassen, um am Ende der automatischen Konfiguration die Rechtshinweise zu akzeptieren. Sollte der GPS-Empfänger bereits genügend Satteliten ausgewertet haben, bekommt man anschließend sofort die Kartendarstellung mit aktuellem Standort (richtiges Kartenmaterial vorausgesetzt) dargestellt.


Diese ganze Prozedur stellt wirklich keine großen Probleme dar und ist von jedem einfach durchzuführen, da man intuitiv von TomTom geleitet wird. Einzig die Aktivierung setzt einen Internetanschluss, egal ob über die Luftschnittstelle (Mobilfunk) oder per Desktop PC voraus, und bedarf ein wenig Konzentration wegen der drei unterschiedlichen Codes mit denen man hantieren muss.

Übersicht
Übersicht
Bei der Bedienung geht TomTom Navigator 6, wie die meisten andere Navigationssystem, eigene Wege. Das heißt die von Windows Mobile bekanntes Menüs sucht man hier vergebens. Dies stellt jedoch keinen Nachteil dar, im Gegenteil, durch die großen Icons - maximal sechs kleine Grafiken auf einer Bildschirmseite – kann die Bedingung durchaus auch mit dickeren Fingern erfolgen, ohne den Stylus nutzen zu müssen.


Aus der Navigationsansicht kommt man direkt in drei verschiedene Bereiche.
Durch antippen des rechten unteren Bildschirmbereichs gelangt man in die Statusübersicht, welcher Details zur geplanten Route, dem Satellitenstatus und der Software- und Kartenversion entnommen werden kann.
Die Anpassung der Lautstärke für die Sprachansagen erreicht man durch einfaches antippen des linken unteren Bildschirmbereichs. Daraufhin wird im unteren Bereich des Bildschirm ein Regler eingeblendet mittels welchem die Lautstärke reguliert werden kann. Dieses wichtige wie auch simple Feature bieten leider nur wenige Navigationsprogramm, so dass man bei diesen erst mühsam durch die Menüs klicken oder gar das Navigationsprogram ganz verlassen muss. Ist jedoch der Lautsprecher unter Windows Mobile auf "Aus" gestellt, so muss man auch bei TomTom Navigator 6 die Anwendung verlassen, um diesen zu aktivieren.

Hauptmenü
Hauptmenü
Tippt man in der Navigationsansicht oben links bzw. rechts auf das + bzw. das –, so kann man in bzw. aus der Karte zoomen. Diese Funktionalität, sowie die Anpassung der Lautstärke, kann auch über die Hardware-Tasten (D-Pad) des Pocket PCs gesteuert werden.


Um in das eigentliche Menü zu gelangen, reicht es einfach irgendwo auf die Karte zu tippen. Daraufhin öffnet sich Seite eins von drei Hauptmenü Seiten, durch welche man mit dem blau ausgefülltem Pfeil vorwärts blättern kann. Die erste Seite enthält alle wichtigen Menüpunkte für die Navigation, sowie einen Menüpunkt für die Programmeinstellungen.  Wer mehr will, also z.B. eine Route planen, ausarbeiten und kontrollieren möchte, der wird auf Seite zwei des Hauptmenüs fündig. Auf der letzten, der dritten Seite des Hauptmenüs können dann die Mehrwertfunktionen, die TomTom PLUS-Dienste, ausgewählt werden. Auch ist hier der Menüpunkt "Führungen" zu finden, welcher kurze und anschauliche Einführungskapitel der Software bietet. Zum Beenden der Anwendung muss man ebenfalls in dieses Menü, da sich hier der "Ausschalter" befindet.

Einstellungsmenü
Einstellungsmenü
 

Die diversen Einstellungen, verteilt über fünf Menüseiten, hier aufzuzählen würde den Rahmen sprengen, so dass ich mich nur auf wesentliche Dinge beschränke. Selbstverständlich beherrscht TomTom Navigator 6 die 2D wie auch die 3D-Darstellung, oder einen Tag- bzw. Nachtmodus. Auch die Einstellungen, welche man bei der Ersteinrichtung vorgenommen hat, können hier geändert werden. Menüpunkte zum Verwalten der Favoriten, Karten, OVIs, Farbschemen finden sich hier genauso wie die Einstellungen zum Verhalten bei Mautstraßen. Leider wurde bei den "Tastatur-Einstellungen" vergessen, dass es auch ein "QWERTZ-Tastaturlayout" gibt, so dass man unter TomTom Navigator 6 mit einem Vertauschten "Z" und "Y" leben muss.

Die Navigation, die eigentliche Aufgabe von TomTom Navigator 6, erledigt dieses Programm hervorragend. TomTom Navigator 6 unterscheidet zwischen

  • Navigieren zu... - der Eingabe eines Ziels von einem beliebigem nicht definiertem Startpunkt
  • Erweiterte Planung - der Navigation von A nach B
  • Reiseroutenplanung - der Eingabe von mehrerer Zwischenzielen

Navigationsmenü
Navigationsmenü
Dabei erfolgt die Eingabe des bzw. der Ziele, auf gleiche Weise. Man kann zwischen, dem Heimatort,  selbstdefinierten Favoriten, den letzten Zielen, Orten von Interesse oder aber einzugebenden Adressen wählen. Dabei akzeptiert TomTom Navigator 6 bei der Ortsangabe sowohl Postleitzahl wie auch den eingegebenen Ortsnamen. Hier wäre es jedoch wünschenswert, wenn man zuvor noch das Landauswählen könnte. Wer z.B. die Postleitzahl 24159 eingibt, bekommt eine lange Liste mit Orten auch aus dem Ausland, obwohl man eigentlich "nur" die Landeshauptstadt von Schleswig-Holstein gesucht hatte. Selbstverständlich ist es nicht nötig Umlaute einzugeben, für z.B. ein "ö" reicht ein einfaches "o".  Dies gilt natürlich für Ortsangeben genauso wie für Straßennamen. Wer die Hausnummer nicht kennt, aber vielleicht eine angrenzende Nebenstraße, kann seine Zielangabe auch durch die Angabe dieser "Kreuzung" präzisieren.
Am einfachsten geht die Zieleingabe über die Funktion "Kontakt", bei welcher alle im Pocket PC unter Kontakte gespeicherten Einträge aufgelistet werden. Entsprechenden Kontakt auswählen und TomTom Navigator 6 macht den Rest.

 

TomTom Navigator 6 unterstützt den Nutzer hier wirklich sehr gekonnt und die Eingabe des bzw. der Ziele ist schnell erledigt. Steht die Route, wird dies sogleich berechnet. Wer in den Einstellungen, den Planungseinstellungen, die empfehlenswerte Option "Bei jeder Planung" fragen, ausgewählt hat, muss jetzt noch entscheiden welcher Routentyp genommen werden soll:

Routenplanung
Routenplanung

  • Schnellste Route
  • Kürzeste Route
  • Autobahnen vermeiden
  • Fußgänger-Route
  • Fahrrad-Route
  • Begrenzte-Geschwindigkeit

Letzterer Routentyp ist z.B. für Fahrzeuge mit einer zulässigen Höchstgeschwindigkeit interessant, da hier diese noch definiert werden kann und die Routenplanung diese Vorgabe dann mit berücksichtigt. Innerorts mit Autobahnnähe empfehle ich immer "Autobahnen vermeiden", da TomTom Navigator 6 einen sonst sehr gern auf diese leitet. TomTom Navigator 6 berechnet daraufhin die Route und stellt diese in einer kleinen Kartenübersicht dar. Wer mehr wissen möchte kann hier "Details"  und dann zwischen folgenden Optionen wählen:

  • Als Text anzeigen
  • Als Bilder anzeigen
  • Route auf Karte anzeigen
  • Vorführung starten
  • Zusammenfassungen

div. Tastaturlayouts
div. Tastaturlayouts
Bei der Navigation selbst geht TomTom Navigator 6 dann wie erwartet präzise und professional vor. Bei den Ansagen wurde das richtige Mittelmaß gefunden, es kommen weder zu viele noch zu wenige. Auch sind die Ansagen an der richtigen Stelle und sehr präzise, so dass man fast nur nach den Ansagen sich leiten lassen kann. Die Kartendarstellung weis besonders im 3D-Modus zu gefallen und zeigt alle benötigten Informationen präzise an. Hier könnte man sich nur noch einen Fahrspurassistenten wünschen, welcher einen bei größeren Kreuzungen auf die richtige Fahrspur leitet. Die Fahranweisungen sind sehr schön groß unten links dargestellt, weshalb die restlichen Informationen, aufgrund des zur Verfügung stehenden Platzes, nicht mehr mit einem Blick sofort erfasst werden könne. Jedoch sind dies Angaben wie Verbleibende Fahrstrecke bzw. Zeit oder die Gefahrene- und die erlaubte Höchstgeschwindigkeit. Letztere Angabe färbt sich rot, wenn man zu schnell fährt. Hier wäre es wünschenswert, wenn man beim Überschreiten der Höchstgeschwindigkeit auch akustisch gewarnt wird.

 

Die Darstellung der aktuellen Position wird wie bei fast allen Navigationsprogrammen durch einen Pfeil symbolisiert. Dieser wird, im Gegensatz zu manch anderem Mitbewerber, jedoch sehr präzise zur Kartendarstellung angezeigt. D.h. es gibt weder ein vorauseilen,

2D-, 3D-, Tag- und Nachtansicht
2D-, 3D-, Tag- und Nachtansicht
noch ein nachhinken der Position, was für eine genaue Orientierung unerlässlich ist – gerade bei vielen Querstraßen. Auch sehr vorbildlich ist die Weiterberechnung in einem Tunnel. Anderer Mitbewerber bleiben aufgrund der verlorenen GPS-Verbindung einfach stehen, während TomTom Navigator 6 hier einfach mit den letzten Daten die ungefähre Position weiter berechnet, so dass man eine Abbiegung auch in einem Tunnel nicht verpassen muss. Auch wird diese ohne GPS-Verbindung berechnete Führung dann durch ein farblosere Darstellung signalisiert. An dieser Stelle noch ein kleiner Kritikpunkt bei der Tag- und Nachtdarstellung. Diese hätte TomTom auch automatisieren sollen, da man hier immer von Hand umschalten muss. Die Nachtdarstellung erfolgt in gedeckteren Farben, um den Fahrer nicht zu blenden.

Verkehrsinfo Menü
Verkehrsinfo Menü
Um es vorweg zu nehmen, TomTom Navigator 6 bietet kein TMC bzw. TMCpro an, so dass man auf die kostenfreien Verkehrsinformationen via FM-Radio verzichten muss. Wer jedoch ein Pocket PC Phone bzw. ein Smartphone, oder aber sein Pocket PC mit einem Mobiltelefon gekoppelt hat, kann auf den TomTom PLUS Dienst zurückgreifen. Man findet diesen Dienst, genannt TomTom Verkehrsinfo, gleich auf der ersten Seite des Hauptmenüs. Ein einmonatiges, kostenfreies Probeabo ist schnell aktiviert und lässt einen die Vorzüge dieses Dienstes ausgiebig testen. Danach wird jedoch, sollte man diesen Dienst weiter nutzen wollen, eine Jahresgebühr von z.Zt. Euro 39,95 fällig. Dies ist in meinen Augen ein stolzer Preis, da man hierzu auch noch die GPRS-Kosten für den Datenverkehr via Mobilfunk hinzurechnen muss. Aber der Reihe nach...

 

Verkehrsinfo Darstellung
Verkehrsinfo Darstellung
TMC ist eine kostenfreie Variante, bei welcher die Verkehrsinformationen von einigen Radiosendern via RDS (Radio Data System) gesendet werden. Diese Informationen können, wei bei Autoradio auch, dann mit einem GPS / TMC-Empfänger empfangen und ausgewertet werden. Die Auswertung übernimmt natürlich das Navigationsprogramm und berücksichtig die empfangenen Daten ggf. auf der geplanten Route. TomTom geht hier leider einen eigenen Weg und bietet im Nabvigator 6 für Pocket PC und Smartphones nur seinen eigenen kostenpflichtigen Dienst an. Jedoch gibt es mittlerweile einige TomTom GO Geräte, welche mit einer optionalen TMC-Antenne auch die kostenfreien TMC-Informationen empfangen und auswerten können. Dies lässt hoffen, dass TomTom sich auch der Pocket PC und Smarphone Gemeinde entsinnt und hier ebenfalls TMC anbieten wird - die Software dürfte es ja bereits heute schon hergeben.

 

Verkehrsinfo Planung
Verkehrsinfo Planung
TomTom Verkehrsinfo, die kostenpflichtige Variante, ist jedoch, wenn man bereit ist für Verkehrsinformationen zusätzlich Geld auszugeben, eine sehr zuverlässige Funktionalität, welche man auf jeden Fall ausprobieren sollte – einen Monat kann man dies ja fast kostenfrei tun, es fallen nur die GPRS-Kosten (Mobilfunkgebühren) an. Hier zeigt TomTom, dass sie etwas von ihrem Fach verstehen und bieten die für mein Empfinden z.Zt. beste Verkehrsinformations-Funktionalität. So kann das System die Hinweise wie z.B. Staus selbst umfahren, oder aber auch nur auf diese aufmerksam machen. Die Hinweise werden rechts von der Kartenansicht visuell auf einer Zeitleiste dargestellt, so dass man ungefähr absehen kann, wann das nächste Problem auf einen zukommt. Als Fahrer darf man natürlich während der Fahrt nicht am Pocket PC herumhantieren, so dass bei manueller Umfahrung z.B. der Beifahrer sich die einzelnen Hinweise ansehen und dann entscheiden kann, welche davon umfahren werden sollen. Auch kann man einstellen, in welchen Zeitabständen die Verkehrsinformationen vom Server abgerufen werden sollen. Wer die Informationen für TomTom Verkehrsinfo zur Verfügung stellt, ist mir nicht bekannt, aber die Daten scheinen wirklich aktuell und fast vollständig zu sein. Jedenfalls besser als das einfache TMC, von welchem es ja auch noch eine Kostenpflichtige TMCpro Version gibt – welche jedoch gegenüber TomTom i.d.R. nur einmal erworben werden muss (keine Abogebühren). Eine schöne Gegenüberstellung von TomTom Verkehrsinfo zu TMC bietet TomTom selbst auf seiner Internetseite.

Unbedingt erwähnt werden muss auch, dass man den TomTom Verkehrsinfo Dienst auch via AktivSync nutzen kann – ich höre jetzt schon "Was soll das im Auto bringen" ... Richtig, im Auto gar nichts. Aber man kann seine Route zu Hause berechnen lassen, die Verkehrsinformationen via AktivSync aktuell herunterladen und dann starten. Man hat dann zwar vielleicht nicht einen Stau, der sich während der Fahrt gerade bildet, aber alle anderen Hindernisse wie Baustellen etc. kann man so wirklich kostenfrei (im ersten Monat) umfahren, da man ja keine GPRS-Verbindung aufbauen muss.

Getestet wurde TomTom Navigator 6 in der Version 6.010 (7720) auf zwei Geräten, einem durchschnittlichen (Xda Neo) und einem leistungsstarken Pocket PC (Loox N560) in Verbindung mit dem TomTom Wireless GPS Receiver via Bluetooth, einem GNS 5843 GPS / TMC Receiver via Kabel und Bluetooth sowie beim Loox auch mit dem eingebauten GPS-Empfänger. TomTom Navigator 6 erkennt alle GPS-Empfänger schnell, zuverlässig und ohne Problem. Die Verbindung bleibt dabei stabil und die Satellitenauswertung wird nach z.B. einem Tunnel sofort wieder hergestellt.

Es gibt kaum ein Navigationssystem, was so einfach, schlüssig und sicher zu bedienen ist. Die Performance gehört selbst auch auf schwachen Pocket PCs zu dem Besten, was der Markt zu bieten hat. Die Navigationsdarstellung ist optisch auch auf QVGA-Geräte sehr ansprechend und detailreich und steht der eines VGA-Bildschirmes kaum in etwas nach. Selbstverständlich wird eine Darstellung im Hoch- wie auch Querformat automatisch unterstützt.

 

In der Summe kann TomTom Navigator 6 uneingeschränkt jedem, dem Anfänger wie dem Profi, empfohlen werden, da man mit den kleinen Fehlern wirklich leben kann und ich bis dato selten so ein stabiles System testen durfte. Einziges wirkliches Manko ist die fehlende TMC bzw. TMCpro Unterstützung.

Auch beim Preis kann es TomTom Navigator 6 locker mit seinen Mitbewerbern aufnehmen, so fängt das kleinste Paket bei Euro 99,00 (Software & regionale Karten auf SD-Speicherkarte) an und für nur Euro 30,00 mehr gibt es bereits Europa auf DVD. Dazu muss man dann auch noch erwähnen das TomTom Navigator 6 zu den wenigen gehört, welche regelmäßig kostenfreie Software-Updates herausbringen und nicht gleich eine neue Version verkaufen wollen. Erst Kartenupdates sind kostenpflichtig, was verständlich ist, da TomTom diese auch einkaufen muss.

 

Weitere Informationen zu diesem Programm so wie anderen TomTom Produkten gibt es auf der Website des Herstellers.

Wer ein Bundle sucht, der sollte sich den Xda orbit inkl. TomTom Navigator 6 ansehen - hier kurz angetestet.

Kommentare (0)Add Comment

Kommentar schreiben

busy